Verkürzung der PKV Wartefrist

21. Juli 2010

Geht es nach den Plänen von Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler, könnte es besser verdienenden Angestellten in Zukunft deutlich erleichtert werden, von der gesetzlichen Krankenversicherung zu einem privaten Anbieter zu wechseln. Im Gegensatz zu Selbständigen oder Beamten können angestellte Arbeitnehmer nur dann in die private Krankenversicherung wechseln, wenn Ihr jährliches Bruttoeinkommen eine bestimmte Höhe überschreitet. Diese sogenannte Beitragsbemessungsgrenze liegt derzeit bei 49.950,00 Euro. Möchte ein Arbeitnehmer in die private Versicherung wechseln, so gilt bislang eine dreijährige Wartefrist, der Wechselwillige muss somit drei Jahre lang durchgehend Einkünfte oberhalb der Bemessungsgrenze erzielen. Die Bundesregierung plant nunmehr, die Wartefrist auf ein Jahr zu verkürzen oder diese eventuell sogar ganz abzuschaffen.

Aus den Reihen der Opposition gibt es heftige Kritik gegen Röslers Pläne. SPD und Grüne werfen dem FDP-Politiker eine knallharte Klientelpolitik vor und sprechen von einer „Vitaminspritze“ für die privaten Krankenversicherungen. Die Opposition befürchtet durch die Verkürzung der Wartefrist eine regelrechte Flucht von Gutverdienern in den privaten Versicherungssektor, um die von der Koalition bereits beschlossene Anhebung der möglichen Zusatzbeiträge auf maximal zwei Prozent des Einkommens zu vermeiden. Dies gehe zu Lasten der übrigen gesetzlich Versicherten mit geringeren Einkommen, da sich diese auf weitere Beitragserhöhungen einstellen müssten. Die dreijährige Wartefrist wurde im Jahr 2007 von der damaligen Regierung eingeführt, was zunächst zu einem Rückgang von 17 Prozent bei der Zahl der Wechsler in die private Krankenversicherung führte. In den darauffolgenden Jahren stieg die Anzahl jedoch wieder an.